Berlin, 6. November 2026.
Was ist Deutschland eine verlässliche Bahn wert? Mit „Bahn Deutschland 2100“ hat Sascha Ernst Dietrich einen Reformvorschlag veröffentlicht, der die Eisenbahn als öffentliche Grundversorgung organisiert. Das Papier verbindet einen verlässlichen Fahrplan mit einem Umbau der Infrastruktur, einem bezahlbaren Zugang und mehr Güterverkehr auf der Schiene.
Gleise, Bahnhöfe und weitere betriebliche Anlagen sollen in einer eigenständigen staatlichen Netzorganisation gebündelt und vom Zugbetrieb getrennt werden. Diese Organisation soll Zugtrassen unabhängig und nach einheitlichen Regeln vergeben. Bestellte Personenverkehre auf Hauptachsen sollen nach Dietrichs Vorschlag vorrangig direkt an eine Staatsbahn vergeben werden. Der dafür nötige Rechtsrahmen ist zu prüfen.
Mittelstädte sollen mindestens stündlich angebunden sein, Hauptachsen halbstündlich, auch im Fernverkehr. Ziel ist ein bis Ende 2046 fahrbarer Deutschlandtakt. Dazu gehören leistungsfähigere Knoten, zusätzliche Bahnsteiggleise, wo sie der Fahrplan braucht, und finanzierte Reserven für Personal, Fahrzeuge und Umleitungen. Zum Angebot zählen ein bezahlbares Deutschlandticket, bundesweit einheitliche Sozialermäßigungen, barrierefreier Zugang und Buchung auch ohne Smartphone. Im Fernverkehr soll ein Sitzplatz zum Ticket gehören; ein Kontingent bleibt für spontane Reisen frei. Grenzüberschreitende Tages- und Nachtzüge ergänzen das Angebot.
Für den Güterverkehr sieht das Papier mehr Güterladestellen in der Fläche und direkte Züge in die Nachbarländer vor. Lastwagen im reinen Transit sollen Deutschland künftig auf der Schiene durchqueren. Dafür müssten Grenzterminals und ausreichende Kapazitäten geschaffen werden. Der Vorschlag umfasst außerdem einheitliche Fahrzeugfamilien und unabhängige Prüfungen für sicherheitsrelevante Berufe unter Verantwortung des Eisenbahn-Bundesamts.
Als Einstieg schlägt Dietrich einen gemeinsamen Schienenversorgungsplan von Bund und Ländern vor. Zwei Beispiele für die fachliche Vorprüfung sind Sigmaringen–Tübingen–Stuttgart–Heilbronn im Nahverkehr und Wilhelmshaven–Trier–Luxemburg im Fernverkehr. Das Papier ist eine öffentliche Diskussionsgrundlage. Es unterscheidet Kosten für Ausbau, Betrieb und Übergang. Vor einer Umsetzung sind Finanzierung, Kapazität und rechtliche Voraussetzungen zu klären.
Das Reformpapier mit Quellen, der Ausgangsartikel und das Erklärvideo auf YouTube sind online zugänglich. Die Jubiläumsfolge #20 von „NordwindNomade – DeepTalk“ ist für Sonntag, den 8. November, vorgesehen.
(Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.)
Bahn Deutschland 2100: Reformpapier veröffentlicht